Eckener-Schule gibt sich neues Profil mit Abitur
Flensburger Tageblatt, 18.05.2010
Die Eckener-Schule bietet ab diesem Jahr etwas in Schleswig-Holstein Einzigartiges an: Die Berufsschule hat ein neues Profil entwickelt, in dem die Schüler ihr Abitur machen können. Der Schwerpunkt heißt dabei „Gestaltungstechnik“. Die Schüler werden wie an Gymnasien in den Fächern Deutsch, Mathe und Englisch unterrichtet und werden auch am Zentralabitur teilnehmen. Das Abitur ist also gleichwertig zu dem an einem Gymnasium erworbenen Abschluss. Zusätzlich werden sie aber besonders auf gestalterische Studiengänge im kreativen Bereich wie Architektur, Kunstgeschichte oder Kulturmanagement vorbereitet.

- Abiturienten willkommen: V.l.n.r.: Olaf Bieber, Winfried Boldt, Britt Christiansen, Eckhard Zierkmann, Knut Behnemann
„Für dieses Jahr haben wir bereits genug Bewerbungen. Hauptsächlich sind die Anwärter weiblich, das ist ganz klar, weil Frauen sich meistens zu ästhetischen Berufen hingezogen fühlen“, erklärt der stellvertretende Schulleiter Dietmar Post. Bildungsstaatssekretär Eckhard Zierkmann und der Schulaufsichtsbeamte Christian Westensee kamen nun in die Eckener-Schule, um sich über das neue Profil zu informieren und den offiziellen Startschuss für den Schulversuch zu geben. „Es freut mich, dass meine Geburtsstadt um eine Facette reicher ist“, sagt Zierkmann. „Es ist toll, dass junge Menschen eine weitere Möglichkeit haben, auf eine erfolgreiche Karriere vorbereitet zu werden. Die Anforderungen auf dem Arbeitsmarkt wandeln sich und die Schule reagiert schnell und effizient“, fügt er hinzu.
Nach den Sommerferien wird der Schulversuch beginnen. „Die Schüler lernen praxisorientiert und zweckgebunden. Dazu gehört zum Beispiel auch Skizzen richtig anzufertigen“, erklärt Lehrer Winfried Boldt. Auch in Form- und Farbenlehre, Schrift- und Printmediengestaltung und Werbung werden den Schülern schon viele Kenntnisse beigebracht.
Nach dem erfolgreichen Abschluss können sie ihr Studium dann frei wählen, sind aber besonders auf Studiengänge und Ausbildungen im gestaltungstechnischen Bereich wie Architektur und Kommunikationswissenschaften gut vorbereitet. Bildungsleiter Dieter Lührssen berichtete: „Die Nachfrage in der Region für das Profil ist vorhanden. Die Arbeitsgruppe der Kollegen und Kolleginnen, die den Entwurf erstellt hat, ist froh die Genehmigung zur Umsetzung des Schulversuches erhalten zu haben.“ Die Eckener Schule habe zu dem eine lange gestaltungstechnische Tradition, unter anderem geprägt durch den Vorgänger der Fachschule für Technik und Gestaltung – die Werkkunstschule.
Kira Oster
Bewerben für das Jahr 2011 kann sich jeder mit einem Realschulabschluss, der besser ist als 3.0, ab Februar kommenden Jahres. www.eckener-schule.de

